“Das Denken der Konzerne sei zu eingefahren, um in einem Netzwerk gleichberechtigter Partner die besten Lösungen für ein preiswertes Elektroauto zu finden. Ziel sei es, das technisch Machbare und die Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen.” (faz.net)
Dieses Projekt sichert auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Eingefahrene Strukturen und Vorstellungen bekommen nun Konkurrenz. Möglichst einfach und kostengünstig soll etwas Alltagstaugliches entwickelt werden. Das Projekt ist auf langfristigen Profit ausgelegt und schafft mit seinem Baukastenprinzip interessante Zukunftsperspektiven. Genau diese individualisierte, durchdachte Qualität ist die Stärke der deutschen Wirtschaft.
Das Projekt erinnert ein wenig an Open Hardware. Bei diesem Konzept werden von einer Gemeinschaft (in diesem Fall ist sie relativ abgeschottet, weil Grundlagenarbeit geleistet wird) Baupläne entworfen. Es lassen sich so haltbare und individuelle Produkte konstruieren. Diese könne auch leichter repariert werden. Der Ansatz ist nachhaltig und fördert den zuliefernden Mittelstand. Außerdem entsteht durch die neue Konkurrenz wieder ein Anreiz in der Massenproduktion haltbare und kreative Produkte herzustellen.
Bei solchen Innovationsprozessen sollte nie die Bedeutung der Sozialpolitik vergessen werden. Sie schafft die Flexibilität für Wandelungen in der Wirtschaft. Innovation und Konkurrenz führen leicht dazu, dass Menschen arbeitslos werden. Durch Effizienzsteigerung kann es leicht passieren, dass sich dafür an anderer Stelle keine neuen Arbeitsplätze bilden. Wenn Leute wegen neoliberaler Sozialpolitik panische Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben und die Politiker zum Arbeitsplatzsichern bei großen Autobauern losgeschickt werden, ist es vorbei mit einer nachhaltigen, zukunftssicheren Perspektive für den Mittelstand. Stattdessen gibt es wieder marktfremde neoliberale Planwirtschaft. Nicht wettbewerbsfähige Unternehmen werden auf Kosten der anderen am Leben gehalten. Sozialpolitik sorgt dafür, dass Innovateure als solche gewürdigt und nicht als Arbeitsplatzvernichter gehasst werden.
(Das habe ich schon mal ausführlicher beschrieben: “Der Wert von Arbeit bzw. warum man das Grundeinkommen einführen sollte”)