31. Dezember 2011

Renteneintrittsalter: Gleichmacherei beenden, Eigenverantwortung stärken

Um das Renteneintrittsalter gibt es eine sehr lebhafte Diskussion. Alle werden irgendwann alt, das Thema ist für alle Beschäftigten wichtig. Kaum ist die eine Verlängerung der Zeit bis zur Rente entschieden, da kommen zugleich die Rufe nach weiteren Verschiebungen. Dazu kommen Berichte, dass fast jeder Zweite trotzdem früher in Rente geht und die Verlängerung der erwarteten Lebensarbeitszeit für sie quasi eine Rentenkürzung darstellt. Außerdem sollen immer mehr Menschen das Krankengeld ‘missbrauchen’ um schon vor dem offiziellen Rentenbeginn eine vergleichbare Zahlung zu bekommen, welche eigentlich dazu gedacht ist den Lohnausfall für Leute zu kompensieren, welche länger als drei Monate krank sind.

Wenn man sich kurz von der eingeengten etablierten Sichtweise trennt, wird die Problematik viel einfacher. Zuerst sollte gefragt werden, warum eigentlich alle zur gleichen Zeit in Rente gehen sollten. Jeder Beruf hat unterschiedliche (flexible) Anforderungen. Bei den verfügbaren Arbeitsplätzen in einem Beruf unterscheiden sich die konkreten erforderten Leistungsprofile ebenfalls. Zusätzlich kann ein Arbeitnehmer noch irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen haben. Oder es braucht ein(e) Lebenspartner(in) Hilfe im Alltag. Vielleicht haben manche auch ein Bornout-Syndrom. Auf der anderen Seite gibt es auch viele, welche nicht von einem Tag auf den anderen durch das Renteneintrittsalter plötzlich  arbeitslos sein wollen.

Ein festgelegtes Renteneintrittsalter ist deswegen schädliche Gleichmacherei. Jeder sollte eigenverantwortlich entscheiden, wann er arbeitet, wie viel er arbeitet, wann er eine Auszeit nimmt und wann er sich völlig aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen will. Eine Regierung kann den Leuten erklären, wie sie gesund leben können und sie daran erinnern dies in ihrem eigenen Interesse auch zu tun. Dabei kann sie sich auf simple Erkenntnisse der Forschung berufen. Aber woher soll der Staat für alle seine Einwohner wissen, wann die optimale Zeit zum Arbeiten für sie abgelaufen oder unterbrochen ist? Die ganze Bürokratie, welche dafür zuständig ist sich dafür in die Privatsphäre der Beschäftigten einzumischen, kann eingespart werden.

Stattdessen muss nur die Eigenverantwortung durch die Einführung eines Grundeinkommens gestärkt werden. Jeder entscheidet selbst wann, er nicht mehr arbeitet und nur noch das Grundeinkommen (und seine private Altersvorsorge) als Einkommen nutzt. Der Staat baut die überflüssig gewordene Bürokratie ab und schafft für alle und Stabilität, weil er die Auszahlung des Grundeinkommens garantiert und mit Sozialarbeit und medizinischer Versorgung die Menschen davor bewahrt nach jahrelanger Arbeit aus der Gesellschaft ausgesondert und sich selbst überlassen zu werden.

Update 07.01.2012: Es beginnen in der Tagespolitik Streitereien, wie die Selbstständigen dazu gezwungen werden können in eine Rentenversicherung einzuzahlen. Wer tendenziell eher wenig verdient, hat keinen Anreiz vorzusorgen, weil seine Rentenpunkte sowieso nicht über die Mindestrente hinausgehen würden. Mit einem steuerfinanzierten Grundeinkommen bestehen solche Probleme nicht. Wenn die Rentenpunkte zu einem Grundeinkommen addiert werden, besteht auch für Geringverdiener ein Anreiz in das Rentensystem einzuzahlen.

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