17. Mai 2013

Gemeinschaftsschule und Gymnasium

schulsystem-modernUm die Struktur des Bildungssystems gibt es erbitterte Grabenkämpfe. Die einen wollen alles so lassen wie es ist, die anderen wollen ausschließlich die Gemeinschaftsschule. Für beide Positionen lassen sich berechtigte Kritikpunkte finden. Ein guter Kompromiss wäre vielleicht nach der Grundschule die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium anzubieten. In beiden Schulformen sollte die Erlangung des Abiturs möglich sein.

Mit einer solchen Struktur würde keinem Kind verantwortungslos früh die Chance auf das Abitur genommen. Genauso müssten Kinder, welche nur vielleicht ein Abitur schaffen, keine Versagensängste auf dem Gymnasium haben. Die Abschaffung der Gymnasien löst keine Probleme im Bildungsbereich. Unterfinanzierte Schulen mit überfüllten Klassen können derzeit Kinder nicht individuell fördern. Die Politik sollte daher erst wieder Vertrauen schaffen, indem sie auch wirklich in Bildung investiert.

Wenn dann die Gemeinschaftsschule irgendwann dank neuer Konzepte und guter Finanzierung wirklich jedes Kind optimal fördert, werden sich die Eltern von allein für die Gemeinschaftsschule entscheiden und müssen nicht durch eine Abschaffung des Gymnasiums dazu gezwungen werden. Bis dahin braucht es noch viel Geld und viel Durchsetzungskraft, um alte pädagogische Konzepte zu überwinden.

28. April 2013

Einen Krieg gegen den Terror kann man nicht gewinnen

Seit den Anschlägen vom 11. September 2011 wird sehr häufig vom Krieg gegen den Terrorismus gesprochen, dem war on terror. Diese Begrifflichkeit von George W. Bush besticht durch ihre Einfachheit. Terror ist etwas Schlechtes und die Politik handelt dagegen. Die Realität ist allerdings etwas komplexer. Weiterlesen

17. April 2013

Lernplan statt Lehrplan

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat als Reformvorschlag für das Bildungssystem den “Lehrplan plus” erarbeitet. Der sieht drei wichtige Veränderungen vor:

  1. Deutliche Reduzierung (Halbierung) der Lehrinhalte: So kann mehr Zeit für Vertiefung, Wiederholung, Vernetzung und Anwendung genutzt werden. Bisher werden sehr viele Inhalte nur kurz von den Schülern aufgenommen und anschließend größtenteils wieder vergessen. „Lerninhalte müssen sich auf exemplarische Inhalte begrenzen, die nachhaltiges Lernen und den Aufbau von Kompetenzen ermöglichen. Die Lehrkräfte brauchen Freiräume für nachhaltige Unterrichtsmethoden, im Mittelpunkt sollten Erkenntnisse verständnisintensiven Lernens stehen.“
  2. Fächer sollen besser vernetzt werden. „Entscheidend ist nicht die Fächervielfalt, sondern die Vielfalt an Themen“.  Es wird deswegen vorgeschlagen, den Unterricht weniger in Einzelfächern abzuhalten, sondern im Zusammenhang als Lernbereiche wie Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, musisch-künstlerisches Gestalten zu unterrichten, damit auch die Schüler die Zusammenhänge erkennen und verstehen.
  3. Altersgerechter Unterricht: Die Entwicklungspsychologie von Kindern muss mehr Beachtung finden. Außerdem sollte der Unterricht die Lebenswelt der Kinder besserer berücksichtigen.
9. April 2013

Mehr Wettbewerb für den Apothekenmarkt

Die Apothekentaxe

Zwischen den Apotheken herrscht bisher nur ein eingeschränkter Wettbewerb. Natürlich sollte Wettbewerb nicht nur als Selbstzweck eingeführt werden. Verbesserte Rahmenbedingungen für den Markt zwischen den Apotheken können jedoch das Gesundheitssystem um ungefähr 100 bis 400 Millionen Euro entlasten.

Dazu gibt es einen interessanten Reformvorschlag: Die “Apothekentaxe”. Weiterlesen

29. März 2013

Keine Waffenlieferungen an “Freiheitskämpfer”

Sturmgewehre sind nicht dafür konstruiert die demokratische Entwicklung in der Welt zu fördern. Trotzdem wird ständig gefordert die Opposition in Ländern wie Syrien mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Wer von den Waffen profitiert ist fraglich. Es sind nie nur selbstlose Demokraten, welche nach der Macht streben. Waffen, welche heute für die Errichtung einer Demokratie geliefert werden, können morgen von neuen Machtinhabern gegen Demokraten eingesetzt werden.

Ein nächstes Problem ist, dass Waffen in einer Diskussion höherwertig sind als gute Argumente. Oppositionsgruppen, welche ihren Willen mit Waffengewalt durchsetzen können, werden weniger dazu neigen sich mit anderen Gruppen an einen Tisch zu setzen, wo ein Kompromiss für lange Stabilität und Gewaltminimierung im Land gefunden werden könnte.

Siehe auch: “Winter statt Frühling für Syriens Christen” (Faz.net)