Verbraucherschutz

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Welcher Unternehmer würde auf Ressourcenreduzierungen von 50 bis 90% verzichten, wenn diese keine Nachteile haben? Eine Firma, welche in jeder Hinsicht sinnlose Arbeitsschritte in ihre Produktion einbaut, vermindert ihre Wettbewerbsfähigkeit. Auf dem freien Markt hätten solche Führungskräfte mit ihrer überflüssigen Ressourcenverschwendung wohl keinen Erfolg.

Die Parteien setzen dagegen gerne lieber auf die sogenannte Eigenverantwortung der Bürger statt den ökonomischen Argumenten zu folgen.  Der Konsument soll sich ständig selbst umfassend informieren. Diese Art von Eigenverantwortung bringt jedoch keine zusätzliche Freiheit. Sie eröffnet nur die Gefahr, dass man negative Konsequenzen erleidet, wenn man seine Aufmerksamkeit nicht auf eigentlich unnötige Details legt.

Ein Beispiel: Man lässt auch nicht den Hundekot auf der Straße liegen, obwohl jeder eigenverantwortlich in der Lage wäre darauf zu achten nicht rein zu treten. Niemand fühlt sich in seiner ‚Freiheit‘ eingeschränkt, wenn Hundekot von der Straße entfernt wird. Obwohl die Reinigung Geld kostet und man sich anschließend nicht mehr dafür entscheiden kann in den Hundekot zu treten, stört sich niemand daran. Es ist einfach eine Erleichterung auf dem Gehweg nicht die ganze den Boden absuchen zu müssen. Eine Politik, welche die Bürger entlasten möchte, kann das mit Verbraucherschutz sehr gut tun. Bei Dienstleistungen, Finanzgeschäften und Produktkäufen nicht systematisch betrogen werden zu können erspart den Konsumenten sehr viel Zeit. Es ist einfach unökonomisch, wenn fachfremde Bürger nach versteckten Klauseln in überlangen Verträgen suchen müssen. Es ist eine Verschwendung der Ressource Zeit, wenn Konsumenten Lebensmittel mit der Zutatenliste auf irreführende Werbung überprüfen müssen. Es ist Zeitverschwendung, wenn sich die Bürger vor jedem Produktkauf lange Testberichte von Technik durchlesen müssen, welche sie nicht verstehen.

Verbraucherschutz schafft Transparenz und Vertrauen. Die Bürger müssen weniger recherchieren und sparen somit Zeit. Außerdem wird die Bevölkerung finanziell entlastet, wenn es durch mehr Transparenz zu weniger teuren Fehlentscheidungen kommt.

Ein guter Verbraucherschutz mit hohen Produktstandards  stärkt das Vertrauen in neue Anbieter und Produkte. Für einen dynamischen und freien Markt ist das sehr wichtig. Verbraucherschutz nützt ebenfalls den leistungsfähigen Anbietern. Wenn die Kunden einen Bogen um die schlechte Qualität machen, wird die gute Qualität besser verkauft.

In diesem Artikel habe ich die wirtschaftlichen Vorteile in den Vordergrund gestellt, weil diese oft völlig übersehen werden. Natürlich ist es auch aus sozialer Perspektive sinnvoll die Menschen vor schlechten Angeboten zu schützen:

Es ist egal, ob Politiker für ihre Wähler den sozialen Gedanken oder die ökonomische Sichtweise als wichtiger vertreten. Effizienter Verbraucherschutz ist aus beiden Ansätzen heraus sinnvoll.  Schwacher Verbraucherschutz nützt meistens nur Klientelinteressen.

Update 11.04.2012: Ein Beispiel wie das ökologische Gewissen vieler Bürger missbraucht wird: „Deutsche Umwelthilfe: Bio-Plastiktüten sind „vorsätzliche Verbrauchertäuschung““ (dradio)

Update 17.05.2012: Das ARD-Magazin Plusminus überprüft die Verpackungen von Lebensmitteln. Ein Landwirt nennt die Freiland-Eier passenderweise ein Marketing-Gag. Teure Milch hält auch nicht ihre Versprechungen. Ein Konsument auf der Straße stellt richtig fest, dass es ärgerlich für den Verbraucher ist, wenn er auch bei teuren Produkten einfach nur betrogen wird und die Qualität nicht hält, was sie verspricht.

Update 30.05.2012: MDR: „Made in Germany ist oftmals Schwindel“

ARD-Plusminus: „Wie klein darf Kleingedrucktes sein?“  Die Werbung täuscht die Verbraucher wegen kaum lesbaren Zusatztexten.

Update 21.06.2012: ARD-Plusminus „Gesunde Ernährung- Panikmache mit Vitaminmangel“

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