6. Juni 2013

Ein solidarisches Pflegesystem

In Deutschland wird die Pflege von Senioren durch Familienangehörige oft als beste Lösung betrachtet. Allerdings werden dabei wichtige Fakten ausgeblendet.

 in-der-Pflege-ist-zuerst-die-Familie-gefordertFamilienpflege ist schlecht für die Wirtschaft: Wenn Familienangehörige Senioren pflegen, verliert die Wirtschaft erfahrene Arbeitnehmer. Da durch den demografischen Wandel ohnehin weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen, ist das ein großes Problem. Hinzu kommt, dass der Verlust der Arbeitnehmer sich schlecht voraussehen lässt und auch nicht durch gute Arbeitsbedingungen verhindert werden kann.

Pflege durch die Familie ist keineswegs kostenlos: Die beschriebene Behinderung der Wirtschaft kostet den Staat wichtige Steuereinnahmen. Hinzu kommen die Risiken, dass den Arbeitnehmern der Wiedereinstieg in das Berufsleben nicht gelingt oder die Überlastung die Familienangehörigen krank macht. Beides kostet viel Geld. Kostenintensiv sind auch die Arbeitslosen, welche keine Möglichkeit bekommen im Pflegesektor einen Job zu finden, weil er von den Familienangehörigen blockiert wird.

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18. März 2013

Technik vs. Demografie

Theoretisch und statistisch wurde bereit im Artikel “Panikmache Demografie” die vermeintlichen Probleme einer Überalterung in Deutschland hinterfragt. An dieser Stelle möchte ich beispielhaft den technischen Fortschritt im Bereich Landwirtschaft und Logistik vorstellen. Natürlich ersetzen Computer auch sehr viele Bürokräfte. Landwirtschaft und Logistik zeigen aber besonders anschaulich, dass es egal ist wie das Zahlenverhältnis zwischen den jungen und den älteren Menschen in einer Gesellschaft ist. Die Produktivität ist entscheidend.

Zunächst zur Landwirtschaft:

http://www.youtube.com/watch?v=vT2K2w_iF5k

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8. Dezember 2012

Trennung von Kirche und Staat

Christliche Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser breiten sich derzeit sehr schnell aus, weil sie gegenüber weltlichen Einrichtungen finanziell begünstigt werden. Sie müssen sich ebenfalls nicht an Tarifverträge halten. Ein weiteres Problem ist, dass bei einer Einstellung die Kompetenz der Mitarbeiter zweitrangig ist. In erster Linie wird die Religionszugehörigkeit und teilweise auch eine christliche Lebensweise verlangt. Obwohl die Einrichtungen nahezu vollständig vom Staat bezahlt werden, hat der fast kein Mitspracherecht und seine Antidiskriminierungsgesetze sind wirkungslos.

Besonders bei der Erziehung von Kindern oder der Pflege von Alten und Kranken sollte die Kompetenz des Personals oberste Priorität haben. Weltliche Einrichtungen sollten daher finanziell nicht weiter benachteiligt  und fähige Arbeitskräfte nicht diskriminiert werden. Religiöse Einrichtungen sollten aus Überzeugung und nicht aus Finanzierungskalkül geschaffen und erhalten werden.

 

24. November 2012

Panikmache Demografie

Wie schaffen es manche Statistiker der Bevölkerung so viel Angst zu machen? Gert Bosbach hinterfragt leicht verständlich die Statistiken, welche viele Journalisten leider ungeprüft abdrucken.

Kurzgefasst: Im letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung in Deutschland auch schon viel älter geworden. Und obwohl die Arbeitszeit massiv verkürzt wurde, ist die Produktivität durch den technischen Fortschritt enorm gestiegen.

 

27. Oktober 2012

Keine Steuergelder für marode Unternehmen

In der FAZ gibt es einen Artikel, wie die Politik versucht hat mit Millionenzahlungen die Insolvenz einer Werft aufzuschieben. Zunächst scheint es vorbildhaft, wenn sich Politiker für die Rettung von Arbeitsplätzen einsetzen. Praktisch gesehen lenken sie nur von den Problemen ihrer eigenen Politik ab. Unterstellen die Hartz-Reformen Arbeitslosen doch nur aus Faulheit oder Unfähigkeit keinen Job zu haben. Besonders der Niedergang von Traditionsunternehmen zeigt jedoch, dass auch die tüchtigsten Arbeitnehmer auf der Straße landen, wenn das Management kein zukunftssicheres Konzept hat. Insolvenzen sind im Kapitalismus völlig normal. Ohne die Gefahr der Insolvenz gibt es keine Konkurrenz. Ohne Konkurrenz besteht kein Anreiz zu Qualität, Effizienz und Entwicklung.

Wenn der zwischenzeitliche Verlust des Arbeitsplatzes im Kapitalismus normal ist, so darf man nicht mit Hartz4-Schikane Angst verbreiten.  Die antikapitalistischen Eingriffe der Politik in marode Unternehmen löst nicht das Problem mangelnder sozialer Sicherheit. Stattdessen müssen die funktionierenden Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit riskieren, indem sie Steuern zahlen, um gescheiterte Unternehmen künstlich am Leben zu halten. Warum sollten sich Prestige-Unternehmen noch anstrengen, wenn die anderen sie sowieso finanzieren müssen? Den Inhabern der bedrohten Arbeitsplätze ist ebenfalls nicht geholfen. Einen sicheren Arbeitsplatz bekommen sie nicht. Irgendwann kann der Staat die Verluste nicht mehr ausgleichen.

Ein Grundeinkommen ist eine gerechte und sichere Alternative. Zum einen können es alle bekommen, nicht nur der Mitarbeiter im Prestige-Unternehmen, sondern auch der aus einem Kleinbetrieb, wo es gerade eine Auftragsflaute herrscht. Niemand muss ausgesondert zu Hause bleiben, weil man dank Grundeinkommen auch bei sehr kleinen Löhnen mehr hat, als der der nicht arbeitet. Wenn die Existenz gesichert ist, kann ebenfalls eher der Einstieg in die Selbstständigkeit probiert werden.

(Marode Banken sollen natürlich auch insolvent gehen können.)