Die Harvard-Universität hat ihre Wissenschaftler gebeten, frei zugänglich zu publizieren. Diese nicht gerade links-revolutionäre Einrichtung schließt sich damit anderen Universitäten und Wissenschaftlern an. Trotz knapper Mittel müssen die Universitäten derzeit dafür zahlen, kostenfrei erstellte Texte ihrer Forscher zu bekommen, weil sie in teuren wissenschaftlichen Zeitschriften erscheinen. Das ist auch der Fall, wenn überhaupt keine Zeitung benötigt wird, sondern auch ein digitaler Zugriff ausreichen würde. Besonders ärgerlich ist es, weil häufig auch die redaktionellen Aufgaben von ehrenamtlich arbeitenden Wissenschaftlern übernommen werden.
Außerdem ist es sinnlos, wenn die Arbeit von öffentlich bezahlten Wissenschaftlern hinter Paywalls versteckt wird. Die Erkenntnisse verbreiten sich dadurch viel langsamer. Der Arbeitsprozess von Wissenschaftlern könnte effektiver werden. Die Plagiatssuche würde sich ebenfalls extrem vereinfachen. Suchalgorithmen mit Zugriff auf alle wissenschaftlichen Publikationen könnten Betrüger entlarven und so die Glaubwürdigkeit der richtigen Wissenschaftler steigern.
Das Thema bietet natürlich wieder eine reichhaltige Basis für ideologische Grabenkämpfe über das Urheberrecht. Deswegen sollte die Nutzung neuer Publikationskanäle komplett freiwillig erfolgen. Der Staat braucht nur die benötigte OpenSource-Software (weiter-)entwickeln zu lassen.
Update 23.10.2012: Auf Netzpolitik.org wird die Problematik noch einmal komapkt erklärt.