7. Februar 2014

Illegale Massenüberwachung: Gefahren für Demokratie und Wirtschaft eindämmen

Seit vielen Monaten werden Dokumente veröffentlicht, welche sehr deutlich machen, dass die moderne Massenüberwachung nicht nur Terroristen verfolgt. Statt angestrengt Reformen zu erarbeiten, verwenden die USA ihre Energie darauf den Überbringer der Beweise zu bestrafen. Erfreulicherweise ist Ihnen das bisher noch nicht gelungen.

Neben den einfachen Bürgern wurden ebenfalls Angela Merkel und Gerhard Schröder abgehört. Irgendwann wird vermutlich auch noch belegt werden, dass alle anderen wichtigen Positionen ebenfalls belauscht wurden. Das ist ein schwerer Verstoß gegen die Souveränität eines Landes, welche sogar bei konservativen Politikern für Unmut gesorgt hat. Schließlich bekommt die USA so sehr viel Macht. Weiterlesen

31. Mai 2012

Freier Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen

Die Harvard-Universität hat ihre Wissenschaftler gebeten, frei zugänglich zu publizieren. Diese nicht gerade links-revolutionäre Einrichtung schließt sich damit anderen Universitäten und Wissenschaftlern an. Trotz knapper Mittel müssen die Universitäten derzeit dafür zahlen, kostenfrei erstellte Texte ihrer Forscher zu bekommen, weil sie in teuren wissenschaftlichen Zeitschriften erscheinen. Das ist auch der Fall, wenn überhaupt keine Zeitung benötigt wird, sondern auch ein digitaler Zugriff ausreichen würde. Besonders ärgerlich ist es, weil häufig auch die redaktionellen Aufgaben von ehrenamtlich arbeitenden Wissenschaftlern übernommen werden.

Außerdem ist es sinnlos, wenn die Arbeit von öffentlich bezahlten Wissenschaftlern hinter Paywalls versteckt wird. Die Erkenntnisse verbreiten sich dadurch viel langsamer. Der Arbeitsprozess von Wissenschaftlern könnte effektiver werden. Die Plagiatssuche würde sich ebenfalls extrem vereinfachen. Suchalgorithmen mit Zugriff auf alle wissenschaftlichen Publikationen könnten Betrüger entlarven und so die Glaubwürdigkeit der richtigen Wissenschaftler steigern.

Das Thema bietet natürlich wieder eine reichhaltige Basis für ideologische Grabenkämpfe über das Urheberrecht. Deswegen sollte die Nutzung neuer Publikationskanäle komplett freiwillig erfolgen. Der Staat braucht nur die benötigte OpenSource-Software (weiter-)entwickeln zu lassen.

Update 25.09.2012: Auf Netzpolitik.org gibt es eine ausführliche Anleitung, wie man Schritt für Schritt eine Reform durchführen könnte.

Update 23.10.2012: Auf Netzpolitik.org wird die Problematik noch einmal komapkt erklärt.

22. Dezember 2011

Das Internet darf kein datenschutzrechtsfreier Raum sein

Die Missachtung des Datenschutzes im Internet ist zunehmend zum Kavaliersdelikt geworden.  Firmen, welche in Europa verkaufen wollen, müssen sich auch bei ihrer Werbung für europäische Kunden an europäisches Recht halten. Die Datenschutzrechte der Nutzer müssen gestärkt werden. Gleichzeitig müssen die Unternehmen, welche den Markt dominieren, mehr Abgaben an die Staaten zahlen. Dazu werden keine neuen Steuern benötigt. Stattdessen müssen die Steuerfluchtmöglichkeiten eingeschränkt werden. Eine Möglichkeit wäre die Mehrwertsteuer zu erhöhen und dafür andere Unternehmenssteuern zu senken. Die Werbekosten für ein Produkt werden auf den Endpreis für den Verbraucher aufgeschlagen.

Außerdem wäre es gut den Markt zu beleben und ein quelloffenes europäisches soziales Netzwerk zu entwickeln. Die Nutzung der Software ist kostenlos, wenn die Anbieter sich an den Datenschutz halten und sich die Angebote der Anbieter zu einem großen Netzwerk verbinden lassen. Die Anbieter können entscheiden ob sie sich über eine monatliche Gebühr, Spenden, Werbung oder als Stiftung finanzieren wollen. Jeder muss sein Nutzerprofil ohne viel Mühe zu einem neuen anderen Anbieter übertragen können und trotzdem zu den anderen Netzwerken Kontakt aufnehmen können, wie es bei Emails ja auch schon funktioniert. (Sonst wirken die Kräfte des Marktes nicht.)

Ähnliches Verfahren sollte für Email- und Clouddienste gestartet werden. Weil Facebook und Google schon so einen immensen Entwicklungsvorsprung haben, ist die Etablierung einer Plattform, welche den Datenschutz befolgt, ohne einen gemeinsamen Anstoß nicht mehr möglich.

16. Dezember 2011

Innovativer Mittelstand sichert die Wettbewerbsfähigkeit

Alte Strukturen hinterfragen und neue Konzepte entwickeln, dass ist die Idee hinter einem Verbund von Mittelständlern, welche ein serienreifes Elektroauto erstellen.

“Das Denken der Konzerne sei zu eingefahren, um in einem Netzwerk gleichberechtigter Partner die besten Lösungen für ein preiswertes Elektroauto zu finden. Ziel sei es, das technisch Machbare und die Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen.” (faz.net)

Dieses Projekt sichert auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Eingefahrene Strukturen und Vorstellungen bekommen nun Konkurrenz. Möglichst einfach und kostengünstig soll etwas Alltagstaugliches entwickelt werden. Das Projekt ist auf langfristigen Profit ausgelegt und schafft mit seinem Baukastenprinzip interessante Zukunftsperspektiven. Genau diese individualisierte, durchdachte Qualität ist die Stärke der deutschen Wirtschaft.

Das Projekt erinnert ein wenig an Open Hardware. Bei diesem Konzept werden von einer Gemeinschaft (in diesem Fall ist sie relativ abgeschottet, weil Grundlagenarbeit geleistet wird) Baupläne entworfen. Es lassen sich so haltbare und individuelle Produkte konstruieren. Diese könne auch leichter repariert werden. Der Ansatz ist nachhaltig und fördert den zuliefernden Mittelstand. Außerdem entsteht durch die neue Konkurrenz wieder ein Anreiz in der Massenproduktion haltbare und kreative Produkte herzustellen.

Bei solchen Innovationsprozessen sollte nie die Bedeutung der Sozialpolitik vergessen werden. Sie schafft die Flexibilität für Wandelungen in der Wirtschaft. Innovation und Konkurrenz führen leicht dazu, dass Menschen arbeitslos werden. Durch Effizienzsteigerung kann es leicht passieren, dass sich dafür an anderer Stelle keine neuen Arbeitsplätze bilden. Wenn Leute wegen neoliberaler Sozialpolitik panische Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben und die Politiker zum Arbeitsplatzsichern bei großen Autobauern losgeschickt werden, ist es vorbei mit einer nachhaltigen, zukunftssicheren Perspektive für den Mittelstand. Stattdessen gibt es wieder marktfremde neoliberale Planwirtschaft. Nicht wettbewerbsfähige Unternehmen werden auf Kosten der anderen am Leben gehalten. Sozialpolitik sorgt dafür, dass Innovateure als solche gewürdigt und nicht als Arbeitsplatzvernichter gehasst werden.

(Das habe ich schon mal ausführlicher beschrieben: “Der Wert von Arbeit bzw. warum man das Grundeinkommen einführen sollte”)