26. September 2013

Steigende Mietpreise marktwirtschaftlich eingrenzen

In vielen Deutschen Großstädten steigen die Mieten aufgrund hoher Nachfrage nach Wohnungen. Der Wohnungsmarkt ist dabei kein normaler Markt. Wenn in einer Stadt die Preise für Autos aufgrund von einem Mangel um 20% steigen würden, würden sofort Handelsunternehmen Autos aus anderen Gebieten aufkaufen und die erhöhte Nachfrage bedienen. Ähnliches würde bei einem Mangel an Äpfeln, Kugelschreibern und Kühlschränken passieren. Auf dem Wohnungsmarkt lässt sich das Angebot nicht so einfach erhöhen. Der Bau von Wohnungen benötigt Zeit und viel Geld. Zusätzlich ist nicht beliebig viel Platz vorhanden. Städte können somit nicht eine beliebige Menge an Wohnungen zur Verfügung stellen.

Als Antwort auf steigende Mietpreise sehen viele eine gesetzliche Begrenzung von Mietpreiserhöhungen. Solche Regulierungen lösen das Problem jedoch nur scheinbar. Für Investoren sinkt der Anreiz in bezahlbare Wohnungen zu investieren, weil sie weniger Rendite erwarten können. Teure Eigentumswohnungen werden für die Renditeoptimierung noch lukrativer. Eine Mietpreisbremse ist somit nur bedingt wirkungsvoll und kann die Probleme sogar noch verschlimmern.

Wie könnte marktwirtschaftlich gegen rasant steigende Mietpreise vorgegangen werden? Weiterlesen

22. Juni 2013

Warum sollte statt des Einkommens eher der Konsum versteuert werden?

Eine Verringerung der Lohnnebenkosten wird  von den verschiedensten politischen Akteuren unterstützt. Zum einen wollen die Arbeitgeber ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Reduzierung von Abgaben verbessern.  Andere  Liberale sehen die Vorteile des Bürokratieabbaus. Schließlich ist die Erhebung der Einkommenssteuern und Sozialabgaben sehr personalintensiv und somit teuer.  Die Befürworter eines Grundeinkommens wollen ebenfalls meistens den Schwerpunkt der Besteuerung auf den Konsum richten. Denn in den letzten Jahren haben einige Entwicklungen die Nachteile der Einkommensbesteuerung und der Sozialabgaben erhöht.
Maschinen bezahlen keine Sozialversicherungsabgaben. Wenn früher ein Angestellter in einer Bäckerei oder einer Tischlerei ein Brot oder ein Möbelstück hergestellt hat, wurden Teile seines Lohnes an die Krankenkassen und das Rentensystem abgeführt. Weiterlesen

20. Oktober 2012

Minijobs und Ehegattensplitting abschaffen

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat massive Fehlanreize durch die steuerliche Ausgestaltung der Minijobs festgestellt. Anders als von den Neoliberalen behauptet wird, behindert dieser Bereich des Niedriglohnsektors den beruflichen Aufstieg. Besonders junge Mütter bleiben leicht in dieser “Geringfügigkeitsfalle” gefangen. Auf der einen Seite wird die Gleichstellung behindert und auf der anderen Seite der Fachkräftemangel verschärft.

Besonders Frauen in einer Beziehung mit einem gut verdienenden Mann sehen sich massiven steuerlichen Anreizen gegenüber doch lieber zu Hause zu bleiben. Die Studie deckt auf, dass allein 2 Millionen Minijobberinnen mit einem vollzeitbeschäftigten Ehepartner zusammenleben. Mit einer steuerlichen Neugestaltung lohnt sich auch für Mütter wieder eine Arbeitsstelle zu suchen.

Dreiviertel der Minijobber haben mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach den steuerlichen Anreizen ist es aus unternehmerischer Sicht das Beste viele 400-Jobber einzustellen. Diesen können niedrigere Löhne gezahlt werden, weil sie davon weniger Steuern bezahlen müssen. Viele Teilzeitkräfte sind dadurch viel billiger als wenige Festangestellte. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt deshalb die Minijobs abzuschaffen und so wieder viele Vollzeitstellen entstehen zu lassen.

Nach Informationen der Bundesagentur für Arbeit werden Minijobs ebenfalls dazu genutzt Überstunden nicht versteuern zu müssen und die 40-Stunden-Woche auszuhebeln.

Ziel sozialliberaler  Steuerpolitik sollte es sein, dass der Anreiz zur Vollzeitarbeit nicht durch künstliche Stufen in der Steuerlast behindert wird. Stattdessen sollten dynamisch ansteigende Steuersätze einen individuellen Aufstieg ermöglichen und Arbeitnehmer nicht bei 400€ oder 800€ “festhalten”. Dabei müssen flexible (Teilzeit-)Arbeitsverhältnisse keineswegs verboten werden. Die Politik kann dieses Problem dem Markt überlassen, wenn sie vorher die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer wieder hergestellt hat und diese ihre Forderungen an ein, aus ihrer Sicht, gutes Arbeitsverhältnis wieder selbst gut vertreten können.

Mit einer Reform des Niedriglohnsektors kann ebenfalls die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas geschlossen werden. Die nicht gerade linke Bertelsmann-Stiftung kritisiert die ungleiche Verteilung in der Studie ebenfalls.

6. April 2012

Wirtschaftsförderung bzw. Ist jeder seines Glückes Schmied?

In politischen Weltbildern ist oft die Frage sehr wichtig, wie weit staatlichen Strukturen und wie weit jeder selbst den individuellen Wohlstand und Erfolg beeinflussen.

“Ein zentrales Problem im deutschen Bildungssystem ist die Abhängigkeit der Bildungschancen von Schülern von ihrer sozialen Herkunft.” Chancenspiegel Bertelsmann-Stiftung 2012, S.27

Kann jeder alles schaffen, wenn er sich nur genug anstrengt? Wie korrekt ist der der Mythos vom Tellerwäscher zum Millionär? Weiterlesen

27. Februar 2012

Wie bleibt/wird ein Land wettbewerbsfähig? (Schuldenkrise Teil 5)

Länder profitieren von dem Handel miteinander. Eigene Rohstoffe und Produkte finden neue Absatzmärkte. Mit den Handelserlösen dagegen können benötigte Rohstoffe und Produkte erworben werden, welche man selbst weniger effektiv herstellen kann. Die Länder können durch den Welthandel ihre Stärken kombinieren und ihre Schwächen kompensieren. Unternehmen profitieren extrem durch den Export. Der Kreis potentieller Kunden vervielfacht sich. Der Export sichert und schafft zahlreiche Arbeitsplätze. Deswegen sind sehr viele an einer guten Wettbewerbsfähigkeit interessiert.

Wechselkurse schaffen Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Weiterlesen